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Adipositas und Übergewicht

Definition von Übergewicht und Adipositas
Der Begriff Übergewicht bezeichnet grundsätzlich eine Erhöhung der Körpermasse über einen bestimmten Normwert hinaus, die sich auf alle Gewebe, also auch auf die Muskelmasse, beziehen kann. Von Adipositas oder Fettleibigkeit spricht man dagegen, wenn lediglich das Körperfett über das Normalmaß hinaus vermehrt ist. Bei Übergewicht muss die Körperfettmasse nicht zwingend erhöht sein. So haben beispielsweise Sportler häufig eine über der Norm liegende Körpermasse, die jedoch nicht auf einem hohen Körperfettanteil, sondern auf einer hohen Muskelmasse basiert.

Im Folgenden soll jedoch weitgehend die Form des Übergewichts betrachtet werden, die durch eine erhöhte Körperfettmasse hervorgerufen wird, da diese zahlreiche negative Konsequenzen für die Gesundheit mit sich bringen kann und oftmals behandlungsbedürftig ist.

Als Berechnungsgrundlage zur Ermittlung von Übergewicht und Adipositas wird meist der Body-Mass-Index, kurz BMI, herangezogen. Von Übergewicht spricht man, wenn der BMI zwischen 25,0 und 29,9 kg/m² liegt, Fettleibigkeit beginnt ab einem BMI von 30,0 kg/m². Wird die Adipositas über die Körperfettmasse definiert, sind Frauen mit einem Fettanteil von mehr als 35 Prozent und Männer mit einem Anteil von mehr als 25 Prozent adipös.

Normwerte für den Körperfettanteil liegen bei Frauen zwischen 20 und 30 Prozent und bei Männern zwischen 10 und 20 Prozent des Körpergewichts. Adipositas ist laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) als eine eigenständige chronische Krankheit anzusehen.

Verbreitung von Übergewicht und Adipositas
Die Zahl der übergewichtigen und adipösen Menschen nimmt in Deutschland seit Jahrzehnten kontinuierlich zu. Derzeit sind rund 60 Prozent der deutschen Bevölkerung übergewichtig, 20 bis 25 Prozent der 18- bis 79-Jährigen weisen einen BMI von 30 oder mehr auf, sind demnach also adipös.

Ursachen von Übergewicht und Adipositas
Übergewicht und Adipositas sind das Resultat einer langfristig positiven Energiebilanz, also einer Energiezufuhr, die über dem Energieverbrauch liegt. Die überschüssige Energie wird in Form von Fett gespeichert. Die Ursachen für die positive Energiebilanz sind vielfältig. Je nach Auslöser wird unterschieden zwischen primären und sekundären Ursachen:

1. primäre Ursachen für Übergewicht und Adipositas können sein:

- genetische Faktoren
- eine gestörte Regulation des Körpergewichts, beispielsweise durch Leptinresistenz
- Essstörungen
- Bewegungsmangel
- Lebensweise
- abnehmender Energiebedarf in Abhängigkeit vom Lebensalter
- psychologische Faktoren, beispielsweise vermehrtes Essen durch Stress, Trauer, Wut oder Langeweile
- soziale Bedingungen; so können beispielsweise ungünstige Wohn- und Lebensverhältnisse die Bewegungsfreiheit einschränken und eine träge Lebensweise fördern.


2. sekundäre Ursachen für Übergewicht und Adipositas können sein:

- endokrine Erkrankungen, wie beispielsweise eine Schilddrüsenunterfunktion
- Einnahme bestimmter Medikamente, wie beispielsweise Antidepressiva oder Kortisone
- Hirntumore

Folgen von Übergewicht und Adipositas
Übergewicht und Adipositas zeichnen sich durch eine verminderte Lebensqualität sowie ein deutlich erhöhtes Krankheits- und Sterberisiko aus. So ist die Sterblichkeitsrate ab einem BMI von 35 kg/m² doppelt so hoch, ab einem von 50 sogar 3-mal so hoch im Vergleich zu Normalgewicht.

Die Adipositas kann zahlreiche negative Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden eines Menschen haben. Durch den Druck des Fettgewebes auf das Zwerchfell und die Lunge entstehen Atembeschwerden wie Kurzatmigkeit, die nachts zu Schlafstörungen und vorübergehendem Atemstillstand (Schlafapnoe) führen können. Zudem treten durch die hohe Belastung Beschwerden an Gelenken und der Wirbelsäule auf. Arthrosen können entstehen oder sich verschlimmern.

Die körperliche Belastbarkeit ist stark vermindert, das Operations- und Narbenrisiko verstärkt sich und es ist eine erhöhte Schweißproduktion zu beobachten. Die Aktivität des täglichen Lebens ist erheblich reduziert. Übergewichtige oder adipöse Menschen sind häufig einem enormen psychischen Druck ausgesetzt und leiden unter sozialer Diskriminierung, einem verminderten Selbstwertgefühl und verstärkter Ängstlichkeit.

Darüber hinaus erhöht Fettleibigkeit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie koronare Herzkrankheiten, Schlaganfall oder Herzschwäche (Herzinsuffizienz), sowie für zahlreiche Krebserkrankungen deutlich. Häufig kommt es infolge der Adipositas zu Fettstoffwechselstörungen, einem erhöhten Harnsäurespiegel und Gicht, zu Bluthochdruck und zu Störungen im Kohlenhydratstoffwechsel. Letztere können sich zum Beispiel in einer Insulinresistenz, einer gestörten Glukosetoleranz oder in einem Diabetes mellitus Typ 2 äußern.

Auch hormonelle Störungen, wie beispielsweise erniedrigte Testosteronspiegel bei Männern, oder gastrointestinale Erkrankungen, beispielsweise Fettleber oder Gallensteine, können ihre Ursache in einer erhöhten Körperfettmasse haben. In den meisten Fällen treten bei einem adipösen Menschen mehrere Folgeerkrankungen gleichzeitig auf, so dass das Risiko für das Auftreten des metabolischen Syndroms mit einem Anstieg der Körperfettmasse über das Normalmaß hinaus deutlich zunimmt.

Um eine Risikoabschätzung vornehmen zu können sollte unbedingt die Körperfettverteilung berücksichtigt werden. Die Gefährdung der Gesundheit ist um so größer, je ausgeprägter das Übergewicht ist und je länger es besteht.


Ab wann wird eine Gewichtsabnahme erforderlich?
Eine Gewichtsreduktion ist angeraten, bei

- einem BMI von 30,0 oder mehr, da auf Dauer Ihre Gesundheit ernsthaft in Gefahr ist und sich Ihre Lebenserwartung deutlich verringern kann.

- einem BMI von 25,0 bis 29,9, sofern Sie vorwiegend eine Fettansammlung im Bauchbereich haben, Risikofaktoren wie erhöhte Blutzucker-, Blutfett- oder Blutdruckwerte vorliegen oder sogar Krankheiten bestehen, die durch das Übergewicht ausgelöst oder verschlimmert werden. Auch wenn für Sie das Übergewicht eine starke seelische Belastung bedeutet, kann eine Gewichtsabnahme äußerst hilfreich sein.


Therapie von Übergewicht und Adipositas

Ziele:
- Langfristige Senkung des Körpergewichts
- Stabilisierung dieses Erfolgs für mindestens 1 Jahr
- Verringerung des Risikos für adipositas-bedingte Erkrankungen und eine erhöhte Sterblichkeit
- Verbesserung des Gesundheitsverhaltens durch die Umsetzung einer gesunden Ernährung und die Erhöhung der körperlichen Aktivität
- Steigerung der Lebensqualität, des Wohlbefindens, des Selbstwertgefühls und der Beweglichkeit


Ausmaß der Gewichtsreduktion
Am wichtigsten ist es, dass Sie einen langfristigen Gewichtserfolg anstreben. So reicht es bei leichtem bis mäßigem Übergewicht schon aus, wenn Sie Ihr Körpergewicht zunächst um 5 Prozent reduzieren. Liegt der BMI zwischen 30,0 bis 39,9 kg/m² ist eine Gewichtsreduktion von 10 Prozent, ab einem BMI von 40,0 von mindestens 15 bis 20 Prozent anzustreben. Sinnvoll ist es, bei Gewichtsverlusten über 10 Kilogramm in 5 Kilogramm Schritten vorzugehen.

Sie müssen zu Beginn nicht unbedingt Normalgewicht erreichen, denn bei stark ausgeprägtem Übergewicht wirkt sich selbst eine Verringerung des Körpergewichts um 5 bis 10 Kilogramm bereits sehr vorteilhaft und positiv auf die Gesundheit aus.
Es kommt zu einer deutlichen Besserung von Atemnot, Schwerfälligkeit, Schlafapnoe, Rücken- und Gelenkschmerzen. Auch Blutdruck-, Blutzucker- und Blutfettwerte verbessern sich deutlich.

So führt eine Gewichtsabnahme von 10 Kilogramm durchschnittlich zu einer Senkung des Nüchternblutzuckers bei bestehendem Diabetes mellitus Typ 2 um 50 Prozent, zur Senkung erhöhter Cholesterinspiegel um 15 Prozent, erhöhte Triglyzeridspiegel können bis zu 30 Prozent und der Blutdruck um rund 20 Millimeter Quecksilber gesenkt werden. Zudem bewirkt eine Reduktion des Körpergewichts um 10 Kilogramm einen Anstieg erniedrigter HDL-Konzentrationen um durchschnittlich 8 Prozent. Mit sinkendem Körperfettanteil nehmen Lebensqualität sowie Lebenserwartung deutlich zu.

Um wirklich dauerhaft an Gewicht zu verlieren, sollte die Gewichtsabnahme langsam und schonend erfolgen und daher pro Woche maximal 1 Kilogramm betragen. So vermeiden Sie Kreislaufstörungen, eine Unterversorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen sowie wertvollem Eiweiß und gewährleisten eine erfolgreiche, langfristige und sichere Gewichtsabnahme. Nur in Ausnahmefällen, beispielsweise bei schweren gesundheitlichen Problemen, ist eine schnelle Gewichtsabnahme angeraten, die dann aber auf jeden Fall ärztlich betreut werden sollte.

Um 0,5 Kilogramm Fettgewebe abbauen zu können, müssen Sie 3.500 Kilokalorien einsparen. Umgerechnet auf eine Woche wären das 500 Kilokalorien pro Tag. Dies ist eine Menge die problemlos und ohne große Geschmackseinbußen erzielt werden kann.


Säulen der Gewichtsreduktion:
Basierend auf den Empfehlungen der deutschen Adipositasgesellschaft sollte die Gewichtsreduktion aus folgenden drei Säulen bestehen, um eine effektive und langanhaltende Gewichtsreduktion zu gewährleisten:

1. Ernährungstraining
2. Bewegungsprogramm
3. Verhaltenstraining

Es konnte anhand wissenschaftlicher Studien gezeigt werden, dass die Kombination dieser drei Therapieansätze die erfolgreichste Methode ist, um langfristig und effektiv das Körpergewicht zu reduzieren. Aus diesem Grund wurde der SlimCoach auch auf der Basis dieser drei Punkte konzipiert.
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